WBM Care – Weiterbildungsmentor*innen in der stationären Langzeitpflege

Die Pflegebranche steht vor großen Herausforderungen. Finanzierungsprobleme, Arbeits- und Fachkräftemangel und eine hohe Arbeitsbelastung beeinträchtigen nicht nur den Pflegealltag, sondern stellen auch im Bereich der Weiterbildung teils erhebliche Hürden dar. Hinzu kommen zunehmend heterogene Belegschaften (von Fachkraft bis Geringqualifizierten, hoher Anteil internationaler Beschäftigter), die zum Teil unzureichend über Weiterbildungsangebote informiert sind, sich von (standardisierten) Weiterbildungen nicht angesprochen fühlen oder generell Vorbehalte gegenüber Fort- und Weiterbildung haben. Nicht selten fehlen die zeitlichen und finanziellen Ressourcen. Etwa bei weiblichen Beschäftigten, die 80% der Belegschaften in der Altenpflege ausmachen und zu über zwei Dritteln in Teilzeit arbeiten, kann der Umstand, dass sie zusätzlich zur erwerbsmäßigen Pflege häufig auch die Care-Arbeit in ihren Familien übernehmen, Weiterbildungsabstinenz begünstigen. Aufstiegsqualifikationen und Karriereplanung werden der doppelten Care-Belastung untergeordnet.

Dem steht ein hoher Qualifizierungsbedarf in der Altenpflege gegenüber: Zur Sicherung der Pflegequalität muss den sich verändernden Anforderungen (Krankheitsbilder, gesetzliche Vorgaben u.a.) entsprochen werden. Auch zur Bewältigung von Transformationsprozessen wie Digitalisierung/KI oder Klimaschutz und Klimaanpassung bedarf es der Befähigung und Qualifizierung der Beschäftigten. Darüber hinaus trägt Weiterbildung dazu bei, Beschäftigten Karrierewege zu eröffnen und den Arbeitgeber attraktiver zu machen, die Potenziale internationaler Teams zu erschließen, ein offenes Betriebsklima und kollegiale Zusammenarbeit zu fördern und über Möglichkeiten der (über-)betrieblichen Mitbestimmung aufzuklären. Dementsprechend soll ausgelotet werden, welche Bedarfe an betrieblichen, beruflichen und individuellen Weiterbildungsangeboten bestehen und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit diese auch in Anspruch genommen werden. Schließlich soll ein Netzwerk betrieblicher Weiterbildungsmentor*innen aufgebaut werden.

WBMCare ist ein Kooperationsprojekt von Internationaler Bund (IB) und F.A.T.K.. Es richtet sich an Einrichtungen und Beschäftigte der stationären Langzeitpflege. Ziel ist es, im Bereich der stationären Langzeitpflege Weiterbildungsmentor:innen (WBM) zu gewinnen, zu qualifizieren und zu begleiten. Schwerpunkte sind kollegiale Ansprache, Einbindung externer Unterstützung und die Förderung innerbetrieblicher Kooperation in Weiterbildungsfragen. Mentor*innen unterstützen ihre Kolleg*innen dabei, passende Lernwege zu finden, Weiterbildung zu planen und erfolgreich umzusetzen – auf Augenhöhe und möglichst nah an der Praxis. Befunde und Erfahrungen aus dem Projekt sollen auch tarifpolitisch aufgegriffen werden.

Laufzeit: 01.12.2025 – 31.11.2028

Projektleitung

Für das F.A.T.K.: Andrea Müller
Für den IB: Michael Reiter

Projektbearbeitung

Für das F.A.T.K.: Andrea Müller
Für den IB: Lars Arendt, Eckhard Geitz, Marina Schmidt und Nele Vanden Bulcke

Zur WBMCare-Projektwebsite

Das Projekt WBMCare wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und wissenschaftlich-administrativ begleitet vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Förderrichtlinie zur Steigerung und Stärkung der berufsbezogenen Weiterbildung durch Qualifizierung und Etablierung von Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren (WBM).